Famulatur Innere in Klinikum Emden (7/2023 bis 8/2023)

Krankenhaus
Klinikum Emden
Stadt
Emden
Station(en)
Zentrale Patientenaufnahme
Fachrichtung
Innere
Zeitraum
7/2023 bis 8/2023
Einsatzbereiche
Notaufnahme
Heimatuni
Ulm
Kommentar
Ankunft und Wohnheimzimmer:
Im Vorfeld bekam ich von der zuständigen Personalverantwortlichen Informationen, bei welchen Personen ich am ersten Tag vorbeischauen sollte. Telefonisch klärte ich meine offenen Fragen bzgl. der Einsatzstelle in der Woche vor Beginn mit der ZPA ab. Da ich an einem Sonntag anreiste, war der Wohnheimzimmerschlüssel an der Information an der Pforte hinterlegt. Das Zimmer war etwa 10 Quadratmeter groß, ausgestattet mit einem Bett, einem Tisch mit zwei Stühlen, einem Regal und einem Waschbecken. Bettwäsche und Handtücher sowie ein Geschirrset waren vorhanden. Toilette, Dusche, Waschmaschine und Trockner sind auf dem demselben Stockwerk. In der Küche gab es für jedes Zimmer ein separates Fach im Kühlschrank. Bedauerlicherweise war die Küche recht dreckig und zudem schlecht ausgestattet, sodass ich das Kochen auf ein Minimum reduzieren würde. Insgesamt ist das Wohnheim recht solide, leider sind die Türen etwas laut beim Öffnen. Die Zimmerabnahme am Ende der Famulatur war unkompliziert.

Kontakt zu anderen Studenten:
Bereits am Ankunftstag lief ich im Treppenhaus anderen Studenten quasi in die Arme, die zum größten Teil auch im selben Wohnheim wohnten. Direkt wurde ich der WhatsApp-Gruppe hinzugefügt, und für den Abend zu einem Spieleabend eingeladen, sodass das Kennenlernen glücklicherweise unkompliziert war. Insgesamt waren erstaunlich viele Studenten in Emden, was einerseits vorteilig war, da man schnell Anschluss fand und gemeinsam Aktivitäten unternehmen konnte, andererseits lag wohl auch eine gewisse Fehlkalkulation vor, sodass sich zumindest auf einige Stationen die Studenten tummelten. Wir saßen täglich beim Essen in der Kantine zusammen, und auch nach Dienstende fand sich meistens jemand für Spiel- und Filmabende, Ausflüge und Gänge in die örtlichen Bars. Diesbezüglich war das meine bisher beste Erfahrung bei Famulaturen, denn die Gemeinschaft war wirklich sehr gut. In den zwei Wochen, in denen ich da war, haben auch einige Famulanten aufgehört bzw. begonnen, sodass es auch einiges an Fluktuation gab.

Arbeitsalltag:
Da ich hauptsächlich über die Innere in der ZPA war, nahm ich morgens an der Frühbesprechung der Internisten um 7:35 Uhr teil, was allerdings für die ZPA nicht unbedingt essentiell gewesen wäre. Anschließend begann der Arbeitstag um 8:00 Uhr. In der Regel durfte ich bei den ankommenden Patienten die Anamnese und körperliche Untersuchung durchführen. Da Blutentnahme und ggf. Zuganglegen in der Regel von der Pflege übernommen wurde, musste ich aktiv nachfragen, wenn ich dies tun wollte, was aber kein Problem war. Anschließend berichtete ich dem zuständigen Arzt, was ich herausgefunden hatte. In der Regel dokumentierte ich die Befunde auch im ORBIS, leider hatte ich aufgrund meiner zu kurzen Anwesenheit keinen eigenen Zugang, sodass ich immer den des Arztes dafür verwenden musste. Neben der körperlichen Untersuchung und Anamnese durfte ich auch das Ultraschallgerät benutzen und somit meine Kompetenzen aus vorangegangener Famulatur vertiefen. Normalerweise ging ich später mit dem Arzt nochmals zum Patienten, wo dieser meine Informationen verifizierte und mit dem Patienten das weitere Vorgehen besprach. Neben den genannten Tätigkeiten durfte ich außerdem Aufklärungsgespräche für ÖGD und Koloskopien durchführen, arterielle BGAs abnehmen und auswerten, sowie Medikamente und Infusionen anhängen. Nach dem Mittagessen bin ich zum täglichen Studentenunterricht gegangen, der wechselnd von verschiedenen Abteilungen durchgeführt und wirklich interessant war. Anschließend bin ich nochmals zurück in die ZPA gegangen. Gegen 16 Uhr durfte ich in den Feierabend gehen.
Je nach Patientenaufkommen war es mal mehr und mal weniger stressig. An zwei Tagen war internistisch gar kein Aufkommen, weil keine Betten im Haus verfügbar waren und die ZPA in der Leitstelle abgemeldet war, sodass ich an diesen Tagen mit der Neurologie mitlief. Bei zwei Patienten war auch wirklich Action im Schockraum, wo viele Leute aus unterschiedlichen Disziplinen beteiligt waren, um die Patienten zu stabilisieren und weiterer Diagnostik zuführen zu können. Bei diesen habe ich mich natürlich nur entsprechend meiner Kompetenzen behilflich zeigen können, aber es waren auch wertvolle Erfahrungen.
Insgesamt war der Kontakt mit den Ärzten positiv und es wurde mir einiges zugetraut. Für mich zum Leidwesen hatte ich in den 16 Tagen drei verschiedene Ärzte, die zwar alle nett und fachlich kompetent waren, jedoch natürlich auch nicht wussten, was man kann und bereits gemacht hatte, und somit jede Woche das Spiel mehr oder weniger von vorne losging. In der ersten Woche war ein Honorararzt von auswärts für die ZPA zuständig, sodass dieser sich selbst auch noch im Haus und den Strukturen zurechtfinden musste. In der zweiten Woche war die sonst regelhaft in der ZPA arbeitende Ärztin da, die jedoch für die dritte Woche nach Aurich geschickt und dafür ein Arzt aus Aurich nach Emden getauscht wurde.

Emden und Umgebung:
Emden ist eine wirkliche schöne Stadt, die sich nach Feierabend und am Wochenende gut erkunden ließ. Das Klinikum ist etwa 20 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit zum Wohnheim ist etwa 7 Gehminuten entfernt. Die Innenstadt von Emden mit Innenhafen ist ebenfalls innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Dort befinden sich neben Bars und Eisdielen außerdem u.a. ein Kino, das Otto-Hus und nette Restaurants. Um zum Außenhafen mit dem Anleger Richtung Borkum in etwa sechs Kilometer Entfernung vom Klinikum zu gelangen, bietet es sich an, die Fahrräder des Klinikums auszuleihen. Leider sind diese äußerst variabel im Zustand, weswegen es sich lohnt, diese vor Fahrantritt zu inspizieren und das beste Fahrrad auszuwählen. Ein Ausflug nach Borkum lohnt sich auf jeden Fall, außerdem besuchte ich die Meyer-Werft in Papenburg, sowie Bremen und Oldenburg. Außerdem waren wir am Strand in Norddeich, und die dort gelegene Sehhundstation lohne sich ebenfalls, die ich allerdings nicht persönlich besuchte.

Fazit:
Rückblickend bin ich sehr begeistert von meiner Famulatur in Emden, und wäre ich danach nicht in den Urlaub gefahren, hätte ich auch länger dort famuliert. Hervorzuheben sind zum einen die intensive Betreuung der Studenten, sowohl von ärztlicher und lehrtechnischer als auch von personaltechnischer Seite, bspw. Wohnheimzimmer und Essen, andererseits der wirklich freundliche Kontakt zu den vielen anderen Studenten, die genau wie ich aus ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands und sogar Europas gekommen sind. Die Zeit in Emden war gleichzeitig auch erholsam und die Gegend zu erkunden hat mir trotz wechselhaftem Wetter einen notwendigen Ausgleich geschaffen. In diesem Sinn kann ich Emden als Famulaturstandort nur empfehlen.
Bewerbung
Für meine ambulante Famulatur wollte ich noch einige Tage in einer Notaufnahme verbringen. Gleichzeitig reizte es mich, dafür in den Norden Deutschlands zu gehen. Nach Studium von famulaturranking.de bewarb ich mich im März 2023 an verschiedenen Krankenhäusern, u.a. Emden. Glücklicherweise bekam ich auch von dort relativ zügig eine positive Rückmeldung, dass im gewünschten Zeitraum noch Kapazität vorhanden sei. In Korrespondenz über die nächsten Tage konnten recht schnell die notwendigen Formalitäten abgehandelt werden, sodass ich gut vier Monate vor Beginn die definitive Zusage inkl. Wohnheimzimmer hatte. Insbesondere ein Zimmer im Wohnheim, welches sich im Gebäude des Klinikums befindet, sowie kostenfreies Frühstück und Mittagessen im Klinikcasino, waren attraktive Anreize. Außerdem wird eine Famulatur mit 50 Euro pro Woche vergütet. Insgesamt hat auch der ausführliche Studentenleitfaden viele Fragen beantwortet, und man hatte von vornherein das Gefühl, dass sich das gesamte Klinikum wirklich viel Mühe gibt, Studenten einen schönen Aufenthalt und gute Lehre, auch durch die täglichen Studentenunterrichte, zu ermöglichen, was sich auch mit meinen Erfahrungen zu 100 % deckt.
Unterricht
4x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Bildgebung
Fallbesprechung
Repetitorien
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Praktische Maßnahmen unter Aufsicht
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Notaufnahme
Braunülen legen
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
50 Euro pro Woche

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07