Famulatur Innere in St. Bernhard-Hospital Brake (7/2008 bis 9/2008)

Krankenhaus
St. Bernhard-Hospital Brake
Stadt
Brake
Station(en)
alle
Fachrichtung
Innere
Zeitraum
7/2008 bis 9/2008
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Goettingen
Kommentar
Ich glaube das wird meine beste Famulatur bleiben

Ich bin nun seit mittlerweile drei Wochen in der Inneren im St. Bernhardt in Brake und total glücklich mit meiner Entscheidung hier 45 Tage Famulatur abzuleisten. Abzuleisten, hört sich schlimm an und ist auch der komplett falsche Begriff. Ich muss sagen auch wenn es sich ein wenig absurd abhört: ich freue mich jeden Morgen darauf zur "Arbeit" zu gehen. 45 Tage scheinen auch ein wenig lang zu sein, nicht? Absolut nicht, denn wie gesagt es macht Spass hier.

Nachdem ich vom St. Bernhardt und dem "Drumherum" gehört habe, beschloss ich einfach anzurufen und mich zu erkundigen. Alles lief sehr unkompliziert, ein Telefonanruf genügte. Ich musste eigentlich nur anreisen. Montags bin ich dann angekommen und alles war vorbereitet: ich bezog mein Zimmer, ich bekam meine Kleidung und in der Küche wurde Bescheid gegeben, dass ich umsonst essen und trinken könne. Das Team um die drei Chefärzte und zwei Oberärzte, besteht aus jungen AerztInnen und alle haben mich freundlich aufgenommen und von Beginn an sehr gut miteingebunden. Ich bekam recht schnell ein tragbares Telefon mit einer Nummer unter der mich alle anrufen "wenn??s was Interessantes gibt". So bin ich bei allen wichtigen Untersuchungen, die oft auch nicht alltäglich für eine Innere Abteilung sind, dabei. Im St. Bernhardt werden viele verschiedene funktionelle Diagnostiken durchgeführt, wobei die Ausbildung und Führung des Teams im Vordegrund steht und es so ist, wie ein Untersuchungskurs bzw. Unterricht am Krankenbett an der Uni, sein sollte. Es wird alles erklärt und man erhält ständig Antwort auf die Fragen, die stets erwünscht sind. Und das Beste an Allem ist: man ist aktiv dabei. Es dauerte keine 1 ½ Stunden bis ich das erste Mal einen Schallkopf in die Hand bekam mit der Aufforderung: ich solle schon mal loslegen. In den Tagen darauf wurde sich beim Schallen viel Zeit für mich genommen und meine Hand geführt wie sie am besten die verschiedenen Schnitte darstellt.

Auch die Gastro- und Koloskopie sind mir kein Mysterium mehr und auch bei diesen Untersuchungen ist es selbstverständlich, dass der Famulus am Geschehen teilhaben darf. Unter Einwilligung des Patienten und mit unmittelbarer Supervision durch den Facharzt, habe ich sogar mehrfach Magen und Speiseröhre untersuchen dürfen. Sternal-, Pleura-, Aszites-, Lumbalpunktion alles ist hier auf dem Programm und auch hier ist man nicht nur Zuschauer.

Aufnahmen macht sicher jeder Famulant einmal. Ist ja eher eine ungeliebte Angelegenheit und wird meist als notwendiges Uebel angesehen. Eine Praktikantenaufgabe. Auch hier ist das so. Nur mit dem Aspekt, dass die Aufnahme ?? beeinhaltet eine detaillierte Anamnese und körperliche Untersuchung ?? als sehr wichtig angesehen wird. So bekommt man die Gelegenheit selbständig vorzugehen und, hat aber im Gegensatz zu anderswo, prompt ein Feedback. Von Assistenz- und Chefarzt. Jedesmal. Abgenommen wird einem die Untersuchung bzw. Anamnese am Patienten und nicht in irgendeinem Arztimmer. So bleibt ein unklarer abdomineller Tastbefund oder ein "Geräusch" über dem basalen rechten Lungenflügel nicht einfach ein Tastbefund oder Geräusch, sondern bekommt einen Namen. Was ja nicht gerade unwichtig für den eigenen Lernerfolg ist.

Um noch ein paar Worte zu all dem "Drumherum" zu sagen: Brake ist sicherlich nicht Hamburg oder Mailand. So weit ab vom Schuss ist es aber nicht. Bremen und Oldenburg sind lockerst mit dem Zug zu erreichen und die Anbindung ist ganz Ok. Ansonsten hat man aber auch alles hier vor Ort und nen absolut schicken Strand. Das Krankenhaus stellt einem Kost und Logis. Frühstück und Mittagessen sind reichhaltig und vielfältig. Das Zimmer ist im Schwesternwohnheim direkt nebenan und hat alles was man so braucht ( Bett, Schrank, Schreibtisch, Esstisch, Stühle und ein Waschbecken). Die Duschen sind seperat auf der selben Etage wie auch das Wohnzimmer mit Fernseh, die Küche und der Waschraum mit kostenfrei nutzbarer Waschmaschiene. Zur Zeit wohnen nur ein paar PflegeschülerInnen hier, die mich auch schon ein paar Mal abends durchgefüttert haben. Das Aerzteteam ist ja wie schon gesagt jung (was auch irgendwie auf die Chef- und Oberärzte zutrifft) und vielleicht ist das der Grund warum man sich sehr schnell wohlfühlt, als Teil des Teams und nicht als Klotz am Bein der überall hin mitläuft. Untereinander herrscht kein Konkurrenzkampf, keiner versucht den anderen auszustechen oder zu übertrumpfen, ganz im Gegenteil: jeder hilft dem anderen oder frägt ihn um Rat. Auch die Chefs. Klingt alles ein wenig wie im Märchen. Ist es auch. Ich glaube das wird meine beste Famulatur bleiben. Die Messlatte hängt ja auch hoch.

Brake, im September 2008
Benedik Wrozdek, Famulant im 7.Semester, Uni Göttingen
Bewerbung
habe kurz angerufen und mich angemeldet, das wars auch schon.
Unterricht
Häufiger als 5x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
EKG
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Blut abnehmen
Praktische Maßnahmen unter Aufsicht
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Punktionen
EKGs
Poliklinik
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1