Famulatur Neurochirurgie in Universitaetsklinikum Heidelberg (8/2019 bis 9/2019)

Krankenhaus
Universitaetsklinikum Heidelberg
Stadt
Heidelberg
Station(en)
2, Intensiv
Fachrichtung
Neurochirurgie
Zeitraum
8/2019 bis 9/2019
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Von dieser Famulatur habe ich viel gelernt auch wenn ich schlecht behandelt wurde.
Ich habe da 30 Tage anstelle von den am Anfang geplanten 6 Wochen gemacht weil ich nicht in so einem ungesunden unkollegialen Arbeitsumfeld länger arbeiten wollte.

Die ersten 3 Wochen habe ich auf Station 2 gemacht. Dort durfte ich Blut (ggf. vom ZVK) abnehmen, Patienten aufnehmen/untersuchen und ggf. EKG schreiben. Briefe schreiben, Untersuchungen anmelden und den Papierkram machte der Assistenzarzt/die PJlerin. Der Assistenzarzt hat seltenst mir was erklärt oder mit mir die Diagnose/Therapie diskutiert und wenn er Zeit hatte, dann lieber mit der PJlerin die Fälle besprechen. Niemand war für meine Lehre verantwortlich. Manche Assistenzärzte zeigten keine Interesse an Studenten. Es gab aber sehr nette Ärzte auf andere Stationen muss ich sagen. Eine andere Studentin ist an meiner zweiten Woche auf Station gekommen und wir haben da die Arbeit gegenseitig weggenommen. Redon Drainage zu entfernen durfte ich auf Station nur einmal. Lumbale Drainage zu legen habe ich leider nicht gesehen/gelernt. Die PJlerin war unfreundlich mit mir seit dem ersten Tag. “Du darfst nichts machen, du darfst nur angucken”€ sagte die PJlerin wenn ich versucht habe Liquor vom EVD für Diagnostik abzunehmen. Das war der Punkt wo ich auf Intensivstation gewechselt habe.

Ab der 4. Woche war ich auf Intensivstation und da habe ich sehr nette Assistenzärzte getroffen, die mir alles erklärte und mich erlaubten viele praktische Fertigkeiten zu üben z.B komplizierte Viggos mit Ultraschall legen, Arterie legen, Drainagen entfernen (Redon, subdurale, EVD=External Ventricular), Fäden ziehen, Liquor Diagnostik von EVD, bei ZVK Legen assistieren. Alles was ich auf Station nur angucken durfte und mehr. Auf Intensivstation war ich der einzige Student. Der Nachteil hier war aber dass ich sehr unwillkommen von der Pflege war, die gar keine Interesse und keinen Geduld hatten einem was zu zeigen oder mich arbeiten zu lassen. Manche von der Pflege waren sehr aggressiv mit mir dass ich mich sogar bei den Oberärzten beschwert habe.

Täglich wird ungefähr 10-12 OPs gemacht (meistens Wirbelsäule/Hirntumoren). Ich habe 3 mal gefragt ob ich bei OPs assistieren darf und das wurde verneint. Die Assistenzärzte im OP machen nicht viel außer am Anfang den Schädel zu öffnen und am Ende zu nähen. Die Professoren/Oberärzten machen 85-95% der OP. Zugucken kann man am Monitor machen und man kann fragen wenn man was wissen will.

In die Ambulanz kann man gehen und da sieht man viele Fälle, im Durchschnitt 10-15/ Tag aber da macht man gar nichts ausser den Patienten ein paar Fragen zu stellen oder den Fall mit dem Arzt danach zu besprechen.

Man kann Mitarbeitersausweis/Namensschild bekommen für die Famulaturdauer, mit dem man günstiger essen kann. An vielen Tagen war ich beschäftigt dass ich bis 17:00-18:00 gar nichts gegessen habe.

Einen Kittel kann man bei der Cheftarztsekretariat holen, auf dem “Gastarzt”€ steht. Ich war für ein paar Wochen den Gastarzt auf Station bis ich Zeit gehabt habe, mein Namensschild von der Personalabteilung zu holen.

Stationsvisite fand um 7:30 statt und Morgenbesprechung um 8:00. Röntgenbesprechung um 15:00 täglich ausser Dienstags um 14:00, dauert 10-15 Minuten und da lernt man nicht viel aber es war dem Chefarzt wichtig dass alle dort hin gehen. An manchen Dienstags gab es Fortbildungsvorträge um 07:00-07:30.

++ Während der Famulatur bekommt man das Gefühl dass niemand für die Organization der Lehre von Famulanten in dieser Abteilung zuständig ist. Von einem großen Uniklinikum hat man mehr erwartet. Es gab z.B keine Rotationspläne für Studenten. Wir wurden auch örtlich und zeitlich schlecht verteilt dass es zu einem Zeitpunkt auf einer Station 3 Studenten gab und auf anderen Stationen gar keine. Momentan gibt es keine Studenten mehr in der Abteilung obwohl vor 3 Wochen gab es 6 Studenten insgesamt (Famulanten/PJler) auf allen Stationen.
In der OP Liste stand das Wort „PJ“ ungefähr 1-2 mal pro Woche neben einer OP, nämlich dass ein PJ hier dabei am Tisch assistieren kann. Sowas war für die Famulanten nicht vorhanden. Aber, wenn man eine Famulatur in der Neurochirurgie macht, dann erwartet man was neurochirurgisches machen zu dürfen.
Bewerbung
Habe mich bei Dr. Benito Campos beworben, 6 Wochen vor der Famulatur über Praktischarzt.de
Unterricht
5x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
Bildgebung
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
EKGs
Patienten aufnehmen
Chirurgische Wundversorgung
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Praktische Maßnahmen unter Aufsicht
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger

Noten

Stimmung Station
4
Kontakt zur Pflege
6
Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
3
Lehre auf Station
4
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.73