Famulatur Allgemeinchirurgie in Asklepios Klinik Altona (12/2010 bis 1/2011)

Station(en)
ZNA
Einsatzbereiche
Notaufnahme
Heimatuni
Hamburg
Kommentar
Eine Famulatur auf der ZNA des AK Altona ist wohl wirklich jedem halbwegs interessierten Medizinstudenten schwerstens ans Herz zu legen. Von den 3 Notaufnahmen auf denen ich bisher jeweils 4 Wochen famuliert habe, auch wirklich die Einzige welche sich das ??zentral?? in ZNA ehrlich verdient hat. 24 Behandlungsräume, 2 Schockräume und 12 Kurzlieger-Zimmer mit jeweils 2 Betten lassen das Patientenaufkommen erahnen, welches täglich behandelt wird.

Das Patientengut ist WIRKLICH bunt gemischt, von klassisch unfallchirurgischen Schenkelhalsfrakturen oder Platzwunden, über ACS Ausschlüsse oder Polymyositis der Inneren Medizin, Benigner Paroxysmaler Lagerungsschwindel aus der HNO bis zu SABs oder GBS aus der Neurologie. Es gibt wirklich kaum ein Krankheitsbild mit relevanter Inzidenz welches man in 4 Wochen nicht einmal zu Gesicht bekommen kann.

Wie läuft nun der Alltag ab? Famulanten und PJler arbeiten im Schichtdienst jeweils von 7:00-14:00 Uhr bzw. 14:00 ?? 21:00 Uhr oder im Nachtdienst nach Rücksprache. Bis auf einen Sonntag, an welchem man von 8:00-12:00 Uhr das EKG schreiben übernimmt, sind die Wochenenden frei. Chirurgische und internistische Fachärzte sind stets vor Ort, Fachärzte anderer Fachrichtungen werden bei Bedarf hinzugezogen. Am Dienstbeginn spricht man jeweils die eine oder andere Seite für diesen Tag an und hängt sich dran. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit und Kennenlernphase werden einem immer mehr Aufgaben übergeben, schlussendlich werden Patienten von der Pieke auf selbstständig untersucht, aufgenommen und mit dem Arzt das weitere Procedere besprochen. Abschliessend werden diese entlassen, mit selbstgetipptem Arztbrief, der natürlich kontrolliert wird, oder aber auch stationär aufgenommen.

Was zeichnet die ZNA nun speziell aus? Die Interdisziplinarität: wenn man gerne Nähen möchte, geht das ohne weiteres, wenn bei einem Patienten mit Atemnot im Röntgenbild ein Pneumothorax entdeckt wird, verschwindet er nicht im OP, sondern die Drainage wird direkt in einem der Behandlungsräume gelegt, während man gespannt zuschauen darf. Wenn man sich mit den Neurologen gut stellt, sieht man Schlaganfälle von der Uebergabe durch den Notarzt im Schockraum bis zur Lyse auf der Stroke Unit, kurz gesagt, man hat praktisch alle Freiheiten sich Krankheitsbilder und Patienten von A bis Z anzusehen und stets einen (Fach)Arzt neben sich zu haben, der einem auftauchende Fragen beantworten kann.

Auch an praktischen Tätigkeiten mangelt es nicht: Blutabnahme, Braunülen legen und EKGs schreiben werden normalerweise von der Pflege übernommen, trotzdem sind einem die nicht böse, wenn man ihnen die Arbeit hin und wieder abnimmt und auch EKG Elektroden zu kleben darf man als Medizinstudent können. Arterielle Punktionen für BGA??s, Aszites- und Pleurapunktionen unter Aufsicht können vorgenommen werden, Nahttechniken eingeübt werden und wer will, darf sich auch gerne in der Abdomen Sonographie versuchen.

Vielleicht noch viel wichtiger als die ersten beiden Punkte ist die zwischenmenschliche Komponente: durch die Bank junge Aerzte, Oberärzte und Pfleger arbeiten wirklich als ein Team, der Umgangston ist ohne Ausnahme höflich und korrekt. Famulanten und PJler werden nie von Oben herab behandelt sondern mit ihren Fragen ernst genommen und jede einzelne wird beantwortet. Zusätzlich wird man auch gern mal von den Oberärzten nach Hintergrundinformationen gefragt ohne jemals vorgeführt oder ausgequetscht zu werden. Nichtwissen wird nicht belächelt sondern sofort beseitigt, Wissens- und Verständnislücken geklärt.

Einzig negativer Punkt ist vielleicht die Grösse der ganzen ZNA bzw. des dort beschäftigten Team. Es kann einem wirklich passieren, dass man montags in Woche 2 der Famulatur NUR neue Gesichter sieht und sich so vorkommt, als ob man wieder den ersten Tag vor sich hätte. Zusätzlich ist vielleicht zu erwähnen, dass von der ZNA selbst kaum Unterricht abgehalten wird, was daran liegt, dass meist zu viel zu tun ist. Wer sich vor dem Vorstellen, Hallo sagen, Namen merken und Hilfe anbieten allerdings nicht scheut und lieber am Patienten statt aus dem Buch lernt, wird sich sehr schnell zu Hause fühlen und sich in 4 Wochen als kleiner Teil dieses grossen Teams fühlen.

Pro??s:
+ extrem moderne Räumlichkeiten
+ hohes & buntes Patientenaufkommen
+ freundliches & kompetentes Team
+ ständiger Ansprechpartner
+ keine rein chir./intern. Fam.
+ zahlreiche praktische Tätigkeiten

Kontra??s:
+ sehr grosses Team
+ oft zu viel los für Unterricht
Bewerbung
Mindestens 6 Monate vorher bei Frau Ahmadi, welche sehr entgegenkommend ist.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Bildgebung
EKG
Nahtkurs
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Blut abnehmen
Praktische Maßnahmen unter Aufsicht
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Punktionen
EKGs
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
Schichtdienst
Dienstende
Schichtdienst
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07

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