Famulatur Kinder/Jugendpsych. in Universitaetsklinikum Dresden (8/2021 bis 8/2021)

Krankenhaus
Universitaetsklinikum Dresden
Stadt
Dresden
Station(en)
Familiensprechstunde
Fachrichtung
Kinder/Jugendpsych.
Zeitraum
8/2021 bis 8/2021
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Dresden
Kommentar
Bewerbungsanfrage über: http://www.kjp-dresden.de

Nach meinem Wahlfach KJP (richtig nice) wollte ich auch noch praktisch in dieses Gebiet reinschauen. Ich bekam auf meine Anfrage schnell eine Antwort und war positiv überrascht, als die stellvertretende Klinikdiraktorin mit mir ein Skype-Termin ausmachte, um mit mir alles in Ruhe zu beprechen. Und dabei war ich nur eine "Famulaturbewerberin für 2 Wochen"! Es war ein richtig nettes Gespräch und wir überlegten gemeinsam, in welchen Bereich (z.B. Familientagesklinik, Familiensprechstunde, Offene Kinder- und Jugendstation, Autismusambulanz, offene/geschlossene Station, Station für Essstörung...) ich persönlich und natürlich auch zeitlich am besten reinpassen würde. Die Entscheidung fiel auf die Familiensprechstunde (Achtung: Diese liegt in der Chemnitzer Str. 50, 01187 Dresden).

Fazit: Die KJP freut sich über Interessierte, sind super nett und bemüht um einen.

Einzige, aber vermeidbare negative Ãœberraschung zu Beginn:
Da die Sommerferien begannen, sagten viele Familien ihre Termine spontan ab, weil sie sie verpeilt hatten, oder sie kamen einfach nicht. Plus: viele Therapueten waren im Urlaub. Die Therapeuten sagten mir, dieses "Sommerloch" gäbe es jedes Jahr. Eine Psychologiestudentin war auch im Praktikum und mit ihr teilte ich mich dann in die nun etwas spärlichen Termine abwechselnd ein. Also gefühlt zu viele Praktikanten, zu wenig Arbeit.

Fazit: Versucht die Famulatur nicht genau in den Schul-sommerferien zu machen. Dieses Problem gibt es später im Herbst vermutlich nicht und ich denke auch nicht im Frühling.

Der Rest war super:
Die Therapeuten (gemischt Ärzte und Psychologen) waren super nett und zuvorkommend. Das mit dem "Sommerloch" tat denen allen leid und daher bemühten sie sich, mir auch auf alternativen Wegen was beizubringen (also z.B. Ich las mich in Akten rein und anschließend besprachen wir den Fall). Mittagspause ging 1h.
Tätigkeiten in der Familienambulanz:
- (ausführliche) körperliche Untersuchung am Kind (pro Untersuchung ist 1h eingeplant). Die durfte ich schließlich auch selbst durchführen, während die Ärztin dokumentierte. Wenn man will und fragt, darf man bei manchen vielleicht auch Blut abnehmen (ich hab mich nicht darum gerissen).
- Beiwohnen, Dokumentation und Nachbesprechung bei: Anamnesegesprächen, Therapiegesprächen (mal Eltern& Kind, mal nur das Kind), diagnostisch-psychologische Tests (eigentlich eher für die Psychologiestudenten gedacht, aber auch interessant) und Interaktionbeobachtungen (das fand ich am spannensten, weil man hier die Familiendynamik mitbekommt und trotz der etwas unnatürlichen Situation viele ungute Beziehungsmuster zum vorschein kommen, die in der Anamnese nur zu erahnen waren)

Auf unkomplizierte Weise konnte ich sogar noch ein paar Tage auf der S2 (offene Station im Uniklinikum) verbringen und dort reinschnuppern. Da waren auch alle nett und es gab Zeit für Frühstück und Mittagessen.
Tätigkeiten:
- Beiwohnen von Supervisionen
- Beiwohnen von Aufnahmegesprächen (nach dem sich herausstellen soll, ob ein Patient aufgenommen wird oder nicht): Sehr interessant!
- Beiwohnen& Dokumentieren von Therapiegesprächen/Verlaufsgesprächen: z.B: erstellen des Stammbaumes und dann wird auf die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Patient und Verwandtem geschaut (auch sehr interessant)
- Beiwohnen von Gruppentherapiesitzungen mit 2-3 Familien: ich durfte mit einer Psychologiestudentin beim vor und nachbereiten helfen
- Vorbereiten, Durchführen und Nachbereiten von "Charakterstärkendem Beschäftigungsangebot" für die Jugendlichen auf Station: z.B. erstellten wir ein gemeinsames "Wut-Buch", spielerisch Emotionen kennenlernen und ausdrücken, durchführen der "Lob-Dusche", Talente entdecken,...

Schlussfazit:
Ich würde wieder dort eine Famulatur machen und kann es nur empfehlen. Allerdings sollte man besagtes "Sommerloch" meiden. Die Therapeuten sind echt nett und bemüht und nehmen sich Zeit für fachlichen Austausch. Statt der "klassischen ärztlichen Tätigkeit" (außer der körperlichen Untersuchung) bekommt man über anamnestische, diagnostische und therapeutische Gepräche tiefen Einblick in verschiedene Menschenleben. Gerade das fand ich spannend. Durch die Famulatur konnte ich psychische Erkankungsbilder kennenlernen und werde sie auch hoffentlich in Zukunft bei meinen Patienten nicht übersehen. Die Famulatur hat mich für die Zukunft ermutigt, die Patienten ganzheitlich zu betrachten, neben den körperlichen eben auch auf das psychische Leiden und ungesunde Beziehungsmuster zu achten. Und würden mir die "klassische ärztliche Tätigkeit" nicht so viel Spaß bereiten, dann könnte ich mir die KJP auch als Facharzt gut vorstellen. Naja, vielleicht lande ich auch doch noch dort...
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
2
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.13